Volksbank-Münster-Marathon

Münster, 10.09.2018

Pure Lust am Laufen

Volksbank-Münster-Marathon, Vereinigte Volksbank Münster eG

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Marathon steht dran und Marathon ist drin. So einfach und ehrlich macht es die Organisation des Münster Marathon Vereins. Freilich kann man den Marathon auch als Quartett in einer Staffel laufen, aber kürzere Distanzen gibt es in Münster nicht. Abgesehen von besonderen Teilnahmemöglichkeiten für Kinder - und im Inklusionslauf gibt es noch den 6,2 Kilometer langen Gesundheits- und Spendenlauf in gemächlichem Tempo unter Anleitung erfahrener Lauftreff-Leiter und ohne jeglichen Wettkampfcharakter.

Nicht zu verheimlichen beim Marathon in Münster ist die Nähe des Titelsponsors Volksbank, eine breite Rückendeckung, die es ermöglicht, einen Marathon in der 310.000 Seelen Gemeinde so durchzuführen, dass er seit Jahren in der nationalen Top-ten rangiert.

Keine Veränderungen hat die Organisation um Michael Brinkmann hinsichtlich der Veranstaltungspolitik vorgenommen, mit entsprechendem Preisgeld und logistischer Unterstützung internationale Asse nach Münster zu holen. Für die schnellsten Deutschen ist eine Extrabörse ausgelobt. Verbunden mit diesen Ausgaben ist die Hoffnung auf entsprechende Leistungen, - und das Ziel war 2018 klar definiert: Streckenrekord und wenn irgend möglich endlich eine Zeit unter 2:10 Stunden.

De facto erfüllten dies einige Spitzenläufer, was die guten Bedingungen untermauert. Über die Startmatte gingen 1.945 Marathonis, denen eine Viertelstunde später die Startläufer von 1.333 Staffeln folgten. Teils auf persönlicher Rekordjagd, teils mit dem Wunsch einfach gut durchzukommen. Seitens der Rettungsdienste wurde signalisiert, dass dies wohl in aller Regel gelungen sei.

Die zweite Hälfte ist ‚straight', sie ist schneller, das weiß Athletenrepräsentant Gerard van de Veen von volare sports. Entsprechend ermahnte er seinen Athleten zur Zurückhaltung. Justus Kiprotich beherzigte den Rat seines Betreuers. Über die Halbmarathonmatte ging er in 1:05:02 h als Sechstplatzierter. Er hatte noch genug Körner aufgespart um die Vorteile des weiteren Verlaufs zu nutzen und schließlich im Alleingang in der neuen Streckenrekordzeit von 2:09:28 h zu siegen. Für den 22jährigen Ostafrikaner war dies auch persönliche Bestzeit und sein erster Sieg in seinem fünften Marathonlauf. Rekord- und Siegprämie mit Zeitbonus erbrachten ihm die Einnahme von 8.000 Euro. Dritter war er in Hannover und Barcelona geworden.

 

Bevor Justus Kiprotich mit seiner Landesfahne noch eine Ehrenrunde drehte und den Applaus aus dem Zuschauerspalier genoss, verdientermaßen, hatte er doch seinen Landsmann und bisherigen Streckenrekordhalter Patrick Miruiki um fast eine Minute übertroffen, der 2010 in 2:10:25 h gewonnen hatte, empfing er noch James Kiptum Barmasei, Zweiter in 2:11:39 h und Duncan Koech, Dritter in 2:11:52 h. Duncan Koech, der seine persönliche Bestzeit von 2:07:53 h 2012 in Köln gelaufen ist, gelang es somit nach drei Teilnahmen bereits sämtliche Podestplätze in Münster zu belegen. 2016 siegte er in 2:13:00 h und im Vorjahr wurde er in 2:12:06 h hinter Paul Maina (2:11:22) Zweiter.

 

Auch das angekündigte Damenfeld versprach gute Zeiten, doch blieben die Frauen hinter den Erwartungen zurück. Nie in Gefahr geriet der Streckenrekord aus dem Jahr 2013, den Eleni Gebrehiwot vom TV Wattenscheid mit 2:29:12 h aufstellte. Die Zeit der Vorjahressiegerin Rose Jepchoge Maru (Kenia) von 2:33:05 h, die war allerdings noch bei Halbzeit in Reichweite. Doch einen dafür erforderlichen negative split erlebten die Zuschauer bei den Frauen nicht. Sheila Jeptto Rono lag bei der Hälfte knapp über 1:17 h, doch hatte sie sich das Rennen nicht optimal eingeteilt. "Sie ist zu ambitioniert ins Rennen gegangen", urteilte ihr belgischer Manager Rodger Königs, der nur ein Stück des Marathons in Münster mitlief und selbst in Berlin laufen wird. Es war Sheilas erster Marathon, den sie immerhin gewinnen konnte. Die Zeit von 2:45:46 h entsprach sicher nicht ihrer Zielsetzung. Die 24-Jährige hatte sich mit einer 1:14er h Halbmarathonzeit, gelaufen im kenianischen Hochland bei Eldoret, empfohlen.

 

Doch bedeutend schlechter kamen ihre internationalen Kontrahentinnen im Feld zurecht, die gar keine angemessene Leistung abrufen konnte. Umso mehr freuten sich die Zuschauer über Annika Vössing (LAV Oberhausen) auf Rang zwei in 2:51:24 h und Dioni Gorla von Art Düsseldorf als Dritte in 2:53:42 h.

Pressekontakt

Jens Vahlbruch, Vereinigte Volksbank Münster eG